In die Diskussion um koloniale Raubkunst in deutschen Museen kommt gerade neuer Schwung. Außenminister Heiko Maas hat sich dabei für eine korrekte Restitution afrikanischer Kulturgüter und speziell der Benin-Bronzen stark gemacht. „Zu einem aufrichtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte gehört auch die Frage der Rückgabe von Kulturgütern“, sagte er am Mittwoch (24.3.2021) gegenüber der Presse.

Maas hat aktuell den Leiter der Kulturabteilung des Außenministeriums, Andreas Görgen, nach Nigeria geschickt, um sich um eine Museumskooperation mit dem dort geplanten Museum Of West African Art in Benin-City zu kümmern. „Wir sind Teil einer größeren Entwicklung, in der wir dabei helfen sollten, dass kulturelle Infrastruktur in Ländern entsteht, aus denen wir Objekte in Deutschland haben“, sagte der Minister.

Bronzen aus Benin in einer Vitrine des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg

Kurswechsel in der Raubkunst-Debatte

Auch der Stiftungsrat für die Museen und Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), zuständig für das neue Berliner Humboldt-Forum, hat sich auf seiner Sitzung am 24.3.2021 mit dieser weiterhin politisch brisanten Frage beschäftigt.

Mit den zuständigen Kulturinstitutionen in Nigeria und Benin-City und mit der Benin Dialogue Group sei man bereits seit Längerem im Gespräch – ein „Dialog auf Augenhöhe“, wie betont wird.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters attestiert den Verantwortlichen in der Stiftung ausdrücklich die nötige Sensibilität und „Sachkompetenz im Interesse größtmöglicher Transparenz“, aber offiziell wird die Rückgabe umstrittener Objekte auf der Webseite der Stiftung weiterhin nur als „Option“ genannt.

Grütters wird außerdem alle betroffenen Kulturminister der Länder zeitnah zu einer Gesprächsrunde einladen. Ein erster Schritt, den sie fordert, wird sein, die Bestände an umstrittenen Objekten vollständig zu digitalisieren, damit sie weltweit zugänglich und online einsehbar sind. Im „Fall Gurlitt“,…