Vor knapp zwei Monaten hat das Militär in Myanmar mit einem Putsch die Macht übernommen. Aufstände gegen die Junta werden brutal niedergeschlagen. Auch für Journalisten, die aus der Krisenregion berichten, ist die Lage gefährlich. Robert Bociaga, ein polnischer Journalist, der für die Nachrichtenagentur dpa tätig ist, ist jetzt wieder auf freiem Fuß. Er wurde vor zwei Wochen vom Militär verhaftet.

»Wir sind erleichtert«

»Wir sind sehr erleichtert, dass Robert Bociaga bald in Freiheit bei seiner Familie ist«, sagte dpa-Chefredakteur Sven Gösmann. Gleichzeitig mahnte er, dass die Situation für Journalisten in Myanmar weiterhin wie für die gesamte Bevölkerung sehr gefährlich bleibe. »Wir appellieren an die Übergangsregierung, die Pressefreiheit und die Menschenrechte zu achten. Die Welt und auch dpa werden weiter genau hinsehen, was in Myanmar passiert«, sagte Gösmann.

Am Donnerstag startete Bociaga vom Flughafen der größten Stadt Yangon in Richtung Polen, wo er nach mehreren Zwischenstopps am Freitag landen solle. Der 30-Jährige war am 11. März in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staats, von Soldaten inhaftiert worden. Bociaga hatte zu dem Zeitpunkt aus der Region über die Proteste gegen das Militär berichtet.

Der Fall sorgte international für Aufsehen. Unter anderem hatte Reporter ohne Grenzen die sofortige Freilassung Bociagas und aller weiteren in Myanmar festgenommenen Medienschaffenden gefordert.

Die Sicherheitskräfte im Land gehen seit dem mit zunehmender Härte nicht nur gegen Demonstranten, sondern auch gegen Journalisten, Aktivisten und Politiker vor. Viele örtliche Journalisten wurden bereits festgenommen, zudem hatte die neue Militärführung wichtigen Medienunternehmen die Lizenz entzogen.

Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP zufolge wurden bislang mehr als 2900 Menschen festgenommen. Mehr als 280 seien getötet worden, twitterte AAPP am Donnerstag. Ausländer galten bislang als relativ sicher. Am Mittwoch wurden…