Der wegen Lobbytätigkeiten für Aserbaidschan und weitere ausländische Staaten zurückgetretene Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann ist ins Visier der thüringischen Polizei geraten. Es geht um fragwürdige Corona-Maskengeschäfte des Politikers.

Wie der CDU-Landesverband Thüringen mitteilte, wurden neben dem ehemaligen Wahlkreisbüro Hauptmanns mehrere CDU-Kreisgeschäftsstellen in Südthüringen vom Landeskriminalamt (LKA) durchsucht. Die Partei sei zuvor vom LKA über die Maßnahmen informiert worden, hieß es. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurden auch Wohnräume Hauptmanns und sein Bundestagsbüro inspiziert.

Die Generalstaatsanwaltschaft sieht laut AFP »greifbare tatsächliche Anhaltspunkte«, dass Hauptmann im Zusammenhang mit der Vermittlung von Maskengeschäften von einer Firma Provisionszahlungen eingefordert habe. Es werde wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern ermittelt.

Hoher sechsstelliger Eurobetrag für Vermittlungstätigkeit?

Über eine von ihm gegründete Gesellschaft soll er demnach für seine Vermittlungstätigkeit einen hohen sechsstelligen Eurobetrag in Rechnung gestellt haben, der von der Firma auch geflossen sein soll. Gegen Verantwortliche des Unternehmens, das im Im- und Export sowie im Handel mit Pflege- und medizinischen Produkten tätig ist, wird wegen des Verdachts der Bestechung von Mandatsträgern ermittelt. Das Thüringer Oberlandesgericht ordnete für Hauptmann zudem einen Vermögensarrest in Höhe von 997.000 Euro an, um unrechtmäßig erworbenes Geld zu sichern.

Durchsucht wurden laut CDU zudem die Kreisgeschäftsstellen in Suhl, Hildburghausen, Sonneberg und Schmalkalden-Meiningen. Die Thüringer CDU hatte zuletzt bereits angekündigt, eine umstrittene Spende einer Firma an den Kreisverband Suhl, die offenbar nach Vermittlung Hauptmanns Corona-Schutzmasken an Landkreise geliefert hatte, abzugeben.

»Wir sichern den Ermittlern unsere uneingeschränkte Unterstützung zu«, erklärte Thüringens…