Kirchenkritische Theologin
Kirchenkritik und theologische Zweifel: Uta Ranke-Heinemann ist tot

Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann ist tot. Foto: Oliver Multhaup/dpa

© dpa-infocom GmbH

Uta Ranke-Heinemann zweifelte an der Dreifaltigkeit Gottes und der Erlösung Christi am Kreuz. Jetzt ist die streitbare Theologin in Essen gestorben.

Sie war weltweit die erste Professorin für katholische Theologie und wurde bald eine lautstarke Kritikerin der römisch-katholischen Kirche: Uta Ranke-Heinemann, die älteste Tochter des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, ist tot.

Sie starb am Donnerstagmorgen im Alter von 93 Jahren in Essen, wie ihr Sohn Andreas Ranke der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Sie sei im Beisein von Familienmitgliedern friedlich eingeschlafen.

1945 hatte sie als einziges Mädchen das Essener Burggymnasium besucht und dort ein Spitzenabitur geschafft. Sie studierte evangelische Theologie. 1953 konvertierte sie auf der Suche nach mehr religiöser Toleranz zum Katholizismus, promovierte und wurde erste katholische Theologieprofessorin. «Aber bei den Katholiken bin ich vom Regen in die Traufe geraten», sagte sie später.

Konflikte mit der Amtskirche bekam die Friedensaktivistin schon bald im Streit um das päpstliche Verbot der Empfängnisverhütung. Dass Afrikanerinnen mit der Hölle bedroht würden, weil sie beim Sex mit ihrem HIV-infizierten Mann ein Kondom benutzen, nannte Ranke-Heinemann eine «tödliche Irreführung der Menschheit».

1999 ließ sich die Pazifistin von Gregor Gysi in der Küche ihres Hauses zu einer – von vornherein aussichtslosen – Kandidatur für die Linke-Vorgängerpartei PDS bei der Bundespräsidentenwahl überreden. Die Wahl gewann Johannes Rau (SPD).

Zum Bruch mit der Kirche kam es 1987, nachdem Ranke-Heinemann dem Kirchendogma von der…