In der Coronapandemie haben Schwarzarbeit und Verstöße gegen das Mindestlohngebot einem Bericht zufolge deutlich zugenommen. Der bei Finanzkontrollen aufgedeckte volkswirtschaftliche Schaden durch Schwarzarbeit und Arbeitsausbeutung sei im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent auf 816,5 Millionen Euro gestiegen, schreibt die »Augsburger Allgemeine« unter Berufung auf eine Regierungsantwort auf eine Anfrage der Grünen.

Insgesamt wurden demnach 653 Millionen Euro Sozialbeiträge nachgefordert – 43 Prozent mehr als 2019. Der Gesamtbetrag setzt sich nach Angaben der Bundesregierung aus nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen, nicht gezahlten Steuern sowie nicht bezahlten Mindestlöhnen, vorenthaltenen Urlaubslöhnen sowie zu Unrecht erhaltenen Sozialleistungen zusammen.

Deutlich weniger Kontrollen

Zugleich könnte laut Bundesregierung die Dunkelziffer noch weiter angestiegen sein, da die Zahl der Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung pandemiebedingt von 54.700 auf knapp 45.000 zurückgegangen ist. Vor allem im Bereich der Speditions- und Logistikbranche sowie der Leiharbeit gingen die Kontrollen demnach stark zurück.

Die Bundesregierung räumte laut Bericht zudem ein, dass die Zahl der unbesetzten Stellen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit 2139 einen neuen Rekord erreicht hat. Das seien fast doppelt so viele wie 2018. Von den im vergangenen Jahr neu geschaffenen 856 Planstellen konnten demnach unter dem Strich nur 123 besetzt werden.

Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke kritisierte die unzureichende Personalausstattung der Schwarzarbeits-Fahnder. »Immer mehr Aufgaben bei immer mehr unbesetzten Stellen – das wird auf Dauer nicht gut gehen«, sagte sie der »Augsburger Allgemeinen«. Effektive Kontrollen gebe es nur mit ausreichend Personal.

Die Zahl der Kontrollen müsse trotz der Pandemie erhöht werden, forderte Müller-Gemmeke. »Arbeitsausbeutung und Sozialversicherungsbetrug gibt es auch in Zeiten von Corona.« Die…