„Fast zwei Drittel der Tuberkulose-Programme sind unterbrochen, was zu 400.000 zusätzlichen Todesfällen weltweit führen könnte“, erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Die Corona-Krise führe zu großen Rückschritten bei der Ausrottung der Krankheit. Vielerorts stünden medizinisches Personal und Arzneimittel nicht mehr zur Verfügung. „Deutschland verstärkt daher sein Engagement für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria und stellt in diesem Jahr zusätzlich 140 Millionen Euro bereit, um Gesundheitsprogramme aufrechtzuerhalten.“

Hilfe für 100 Länder

„Alle 22 Sekunden stirbt ein Mensch an Tuberkulose, 95 Prozent davon in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das können und müssen wir vermeiden, denn die Lungenkrankheit ist mithilfe von Antibiotika heilbar“, sagte Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Mit dem Geld aus dem Globalen Fonds werde 100 Entwicklungs- und Schwellenländern geholfen, etwa durch Lieferung von Tuberkulose-Tests, Beratung für Betroffene und Schutzmaterial für das Gesundheitspersonal. Besonders betroffen sind Indien, Indonesien, China, die Philippinen, Pakistan, Bangladesch, Nigeria und Südafrika.

Gerd Müller: Tuberkulose ist heilbar

Anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages an diesem Mittwoch (24.03.2021) wies auch die Weltgesundheitsorganisation WHO darauf hin, dass die medizinische Betreuung TB-Erkrankter in der Corona-Krise dramatisch gelitten habe. 2020 seien im Vergleich zum Vorjahr schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen weniger wegen ihrer Tuberkulose behandelt worden. 

Tuberkulose-Bakterien befallen meistens die Lunge. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Symptome sind Kraftlosigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme und Husten – auch mit blutigem Auswurf. Die Behandlung erfolgt mit einem Antibiotika-Cocktail, der über Monate hinweg eingenommen werden muss.

wa/fw (kna, epd, dpa)