Der US-Videospielhändler GameStop setzt verstärkt auf den Umbau hin zu einem Technologieunternehmen mit Fokus auf Online-Gamer. In den Bereich wolle das Unternehmen im laufenden Jahr investieren, teilte GameStop mit. Um den finanziellen Spielraum zu erhöhen, wird nach dem exorbitanten Kurssprung der GameStop-Aktien auch über den Verkauf eigener Anteilsscheine nachgedacht. Die Online-Verkäufe legten um 175 Prozent zu. Der Umsatz sank unterdessen das neunte Quartal in Folge und lag mit 2,12 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) zudem leicht unter den Erwartungen von Analysten. Der Gewinn stieg aber nicht zuletzt dank geringerer Ausgaben von 21,0 Millionen auf 80,5 Millionen Dollar.

GameStop hatte im Januar durch eine Spekulationsschlacht an der Börse für Schlagzeilen gesorgt. Das Unternehmen steckt schon länger in der Krise, doch angetrieben von im Internet organisierten Kleinanlegern hatten die Aktien eine atemberaubende Rally hingelegt. Das wiederum brachte Hedgefonds, die auf einen Kursverfall wetteten, enorme Verluste ein. Im Januar hatte die Aktie ein Rekordhoch von über 483 Dollar erreicht, doch der Höhenflug war rasch wieder vorbei. Zuletzt kosteten die Papiere nur noch knapp 182 Dollar.

Im gesamten vergangenen Geschäftsjahr gingen die Erlöse von GameStop um rund 21 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zurück. Unterm Strich fiel ein Verlust von 215,3 Millionen Dollar an. Das Filialgeschäft mit Videospielen gilt ohnehin nicht als großer Wachstumsbringer und leidet in der Pandemie zusätzlich.

»Die Quartalsergebnisse interessieren aber niemanden wirklich«, hatte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com, schon vor Vorlage der Zahlen gesagt. »Alle interessieren sich dafür, welche Ressourcen notwendig sind, um GameStop zu einem ›Amazon der Computerspiele‹ zu machen.« Daher werde gespannt auf die Ankündigung einer Kapitalerhöhung und die Pläne zum Ausbau des Online-Geschäfts gewartet.