Angela Merkel, Bundeskanzlerin:

»Um es klipp und klar zu sagen: Die Idee eines Oster-Shutdowns war mit bester Absicht entworfen worden. Denn wir müssen es unbedingt schaffen, die dritte Welle der Pandemie zu bremsen und umzukehren. Dennoch war die Idee der sogenannten Osterruhe ein Fehler. (…) Und um auch ein Zweites klipp und klar zu sagen: Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler.«

Markus Feldenkirchen, DER SPIEGEL:

»Dass sich Angela Merkel nun bei den Bürgerinnen und Bürgern entschuldigt hat, zeugt erst einmal von Größe. Dass es in dieser Form einmalig und man würde manchen Politikern, seien es Ministerpräsidenten oder Bundesminister, einfach nur wünschen, sie würden persönlich auch diese Größe aufbringen. Wofür sich Angela Merkel allerdings nicht entschuldigt hat, ist all das, was sie und ihre Bundesregierung in den vergangenen Monaten versäumt haben, um die Pandemie besser zu bekämpfen. (…) Dadurch, dass jetzt auch die Osterruhe wegfällt, fehlt ehrlich gesagt die Phantasie, wie die zu erwartende Steigerung der Infektionszahlen überhaupt eingedämmt werden kann.

Die Entschuldigung und die Rücknahme der Osterruhe durch Angela Merkel war sicherlich nicht ganz freiwillig. Sie bekommt massiven Druck aus der eigenen Partei, von den eigenen Abgeordneten, die genau sehen, unsere, die von uns geführte Bundesregierung macht in diesen Wochen keine gute Figur bei der Pandemiebekämpfung. Und sie bekommt dazu in den Umfragen auch derzeit die Quittung. Die Union ist im freien Fall nach unten.

Dieses Ritual der Ministerpräsidentenkonferenz ist wirklich an ein Ende gekommen. Es ist eine Farce, was zum Beispiel vorgestern dort stattgefunden hat. Stundenlang ringen Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin um vergleichsweise unbedeutende Fragen, ob zum Beispiel ein Urlaub über Ostern im eigenen Wohnwagen an der Küste stattfinden darf und ob Leute, die nach Mallorca fliegen, mit einem Test zurückkommen müssen oder ohne. Das ist eine falsche Prioritätensetzung….