Die rechte US-Anwältin Sidney Powell hat viel zu verlieren. 1,3 Milliarden Dollar verlangt das Unternehmen Dominion Voting Systems von ihr, weil es sich durch die Behauptungen Powells diffamiert sieht, bei der vergangenen US-Präsidentschaftswahl habe es Manipulationen zum Nachteil des Ex-Präsidenten Donald Trump gegeben.

Wie unter anderem der Sender CNN berichtet, versucht Powell die Vorwürfe gegen sie nun zu entkräften, indem sie an den gesunden Menschenverstand appelliert. Sie habe lediglich ihre »Meinung« geäußert, zu der man eigene Schlüsse habe entwickeln können, zitiert der Sender aus einem Gerichtsschreiben.

Die Kläger selbst hätten »die Aussagen als ›wilde Vorwürfe‹ und ›absonderliche Behauptungen‹ abgetan«. Dies belege, dass »vernünftige Menschen« die Äußerungen Powells nicht als Fakten, sondern lediglich als Behauptungen anerkennen würden, die später in Gerichtsprozessen geprüft werden müssten. Powell habe auch ihre öffentlichen Aussagen stets als Anwältin Trumps getätigt, argumentieren ihre Verteidiger.

Sogar Trumps Team gingen die Vorwürfe zu weit

Selbst Trumps Team, das ebenfalls unbelegte Wahlbetrugsvorwürfe hervorbrachte, gingen Powells Ausfälle schließlich offenbar zu weit. Es beendete die Zusammenarbeit mit Powell bereits im November.

Für ihre jetzigen Argumente vor Gericht erhielt Powell umgehend Kritik. »Erbärmlich« sei Powells Begründung ihres Verhaltens, twitterte etwa der republikanische Senator aus Michigan Peter Meijer. Er hatte zuletzt für ein Impeachment Donald Trumps gestimmt.