Urnengang
Knapper Ausgang bei Parlamentswahl in Israel erwartet

Heute wählt Israel mit der vierten Wahl binnen zwei Jahren ein neues Parlament. Foto: Oded Balilty/AP/dpa

© dpa-infocom GmbH

Die Impfkampagne in Israel verläuft rasant. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schreibt sich dies im Wahlkampf auf die Fahne. Doch ob er im Amt bleiben kann, ist ungewiss.

Zum vierten Mal binnen zwei Jahren sind die Bürger in Israel heute zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Rund 6,6 Millionen Menschen können ihre Stimme für eine von knapp 40 Listen abgeben.

Nach den letzten Umfragen dürfte die Likud-Partei des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu trotz Verlusten erneut stärkste Fraktion werden. Unklar jedoch ist, ob es für ihn zu einer weiteren Amtszeit reicht. Auch eine knappe Mehrheit des Anti-Netanjahu-Lagers gilt Beobachtern als möglich. Den Umfragen zufolge ist jedoch eine Patt-Situation ebenfalls nicht auszuschließen. Sollte eine Regierungsbildung scheitern, könnte schon im Sommer eine weitere Neuwahl nötig werden.

Die Abstimmung beginnt am frühen Dienstagmorgen. Mit der Schließung der Wahllokale um 21.00 Uhr MEZ wird mit ersten Prognosen gerechnet. Das amtliche Endergebnis soll eine Woche nach der Wahl veröffentlicht werden. Wegen der Corona-Umstände und eines langen Wochenendes mit Feiertag wird jedoch mit möglichen Verzögerungen bei der Stimmenauszählung gerechnet.

Netanjahu ist seit 2009 durchgängig Ministerpräsident. Er hofft auf eine weitere Amtszeit. Der 71-Jährige hat im Wahlkampf vor allem versucht, mit der rasanten Corona-Impfkampagne sowie mit der Annäherung Israels an weitere arabische Staaten zu punkten. Viele Israelis zeigten sich allerdings in den vergangenen Monaten unzufrieden mit dem Krisenmanagement Netanjahus im Verlauf der Pandemie. Die Infektionszahlen in Israel hatten teils deutlich über denen in…