Regierung
Aufregung in Schottland: Sturgeon trotzt Lügenvorwürfen

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

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Vor der Regionalwahl in Schottland geht es im Norden der britischen Insel äußerst turbulent zu. Im Mittelpunkt: Regierungschefin Sturgeon, Gesicht der Unabhängigkeitskampagne. Was ist da los?

Trotz scharfer Vorwürfe der Opposition geht die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon mit Rückenwind in die heiße Phase vor der Regionalwahl in sechs Wochen.

Das wirkt sonderbar – schließlich steht die Befürworterin einer Unabhängigkeit von Großbritannien unter scharfem Beschuss. Noch am Dienstag muss sich die 50-Jährige einem Misstrauensantrag stellen. Zudem wirft ihr der Bericht eines Parlamentsausschusses vor, die Abgeordneten in die Irre geführt zu haben. Doch beides kratzt nur oberflächlich am Image der beliebten Politikerin – denn ein unabhängiges Gutachten attestierte ihr, keinen Fehler gemacht zu haben.

Auch deshalb erscheint kaum vorstellbar, dass Sturgeon wirklich über die Parlamentsabstimmung stürzt. Die Vorwürfe des Ausschusses hat sie bereits als parteipolitisch motiviert zurückgewiesen. «Insgesamt scheint Nicola Sturgeon ziemlich gut aus der Sache hervorgegangen zu sein», sagte Kirsty Hughes, Direktorin der Denkfabrik Scottish Council on European Relations in Edinburgh, der Deutschen Presse-Agentur. Der renommierte Politologe John Curtice sagte der dpa, die Vorwürfe gegen Sturgeon seien in sich zusammengebrochen.

Der Fall wirkt knifflig. Mehrere Frauen hatten Sturgeons Vorgänger Alex Salmond versuchte Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen, doch vor gut einem Jahr wurde der Ex-Regierungschef freigesprochen. Nun stellte sich die Frage, ob Sturgeon in dem Fall richtig gehandelt hat – und wann sie von den Vorwürfen erfahren hat. Salmond warf seiner einstigen…