Angela Merkel, Bundeskanzlerin
»Wir haben eben die Situation, dass wir hier auch in einer sehr, sehr ernsten Lage jetzt sind.«

In der Nacht zum Dienstag tritt Angela Merkel nach einer langen Bund-Länder-Runde vor die Presse. Die Virusmutation B.1.1.7 mache neue Corona-Einschränkungen unumgänglich.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin
»Im Wesentlichen haben wir ein neues Virus, natürlich der gleichen Art, aber mit ganz anderen Eigenschaften: Deutlich tödlicher, deutlich infektiöser, länger infektiöser.«

Aber entsprechen die beschlossenen Maßnahmen dem Ernst der Lage, von dem Merkel spricht?

Etwa die »Osterruhe«. Von Gründonnerstag bis Ostermontag soll gelten: »Wir bleiben zu Hause.« Keine Außengastronomie, keine Ansammlungen im öffentlichen Raum, private Treffen eingeschränkt wie zuvor, Lebensmittelgeschäfte haben nur am Karsamstag geöffnet, Präsenzgottesdienste soll es nach Möglichkeit nicht geben.

Julia Merlot, DER SPIEGEL
»Also die Osterruhe führt jetzt in allererster Linie mal dazu, dass die Zahl der Infektionen nicht noch stärker steigt, als sie es sowieso schon tut. Wir werden keinen Effekt haben wie an Weihnachten, wo sich dann doch viel mehr Leute getroffen haben als vorher, dass die Zahlen dann noch stärker ansteigen. Aber die Beschränkungen reichen eben auch bei Weitem nicht aus, um die Zahlen wieder zu senken und eine Entlastung zu bringen.«

Erschöpft nach langen Verhandlungen. Die Bund-Länder-Runde war stundenlang unterbrochen worden, das Treffen drohte zu scheitern. Am Ende stand ein Kompromiss. Es wäre mehr möglich und wohl auch sinnvoll gewesen.

Julia Merlot, DER SPIEGEL
»Was kritisiert wird, ist, dass z.B. es keine strengeren Regeln für Homeoffice gibt oder keine klaren Ansagen an die Firmen, weil man hört immer wieder, dass die Leute immer noch zur Arbeit gehen, obwohl sie vielleicht eigentlich Homeoffice machen könnten oder dass eben noch keine Tests zur Verfügung gestellt werden, keine Masken verfügbar sind. All diese Dinge hätte man…