US-Präsident Joe Biden soll am Donnerstag am Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Dies teilte EU-Ratschef Charles Michel am Dienstag auf Twitter mit. »Ich habe den Präsidenten der Vereinigten Staaten eingeladen, an unserem Treffen teilzunehmen und mit uns seine Sicht auf die künftige Zusammenarbeit zu teilen.« Es sei »Zeit, das transatlantische Bündnis neu aufzubauen«, schrieb Michel weiter.

Michels Sprecher ergänzte, Biden werde sich am Donnerstagabend um 20.45 Uhr Brüsseler Zeit zuschalten. Für den Gipfel ist unter anderem eine außenpolitische Grundsatzdebatte über das Verhältnis zu Russland und zur Türkei vorgesehen. Insbesondere mit Blick über den zukünftigen Kurs gegenüber Russland könnte es dabei für Deutschland ungemütlich werden.

US-Außenminister Anthony Blinken hatte im Zuge von Gesprächen mit den Nato-Verteidigungsministern in Brüssel unter anderem das deutsch-russische Gaspipelineprojekt Nord Stream 2 kritisiert. Dieses stehe »im Widerspruch zu den eigenen Sicherheitszielen der USA«, sagte Blinken, der sich noch am Abend mit Bundesaußenminister Heiko Maas treffen sollte.

Im Verhältnis zwischen den USA und der EU markiert Bidens Teilnahme an dem Gipfel indes eine Trendwende. Unter Bidens Vorgänger Donald Trump hatten sich die Beziehungen deutlich abgekühlt – auch die Handelsbeziehungen zwischen beiden Seiten hatten sich massiv verschlechtert. Trump warf der EU unfairen Wettbewerb vor und verhängte Strafzölle. Biden setzt dagegen wieder klar auf internationale Zusammenarbeit und ist unter anderem in das Pariser Klimaabkommen zurückgekehrt.