Nur einen Tag, nachdem Saudi-Arabien einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges im Jemen vorgestellt hat, haben Huthi-Rebellen einen saudischen Flughafen mit Drohnen attackiert. Der Nachrichtenorganisation Reuters zufolge reklamierte ein Huthi-Sprecher die Tat für die Rebellen.

Saudi-Arabien bestätigte den Vorfall bislang nicht. Der Flughafen war den Angaben zufolge schon öfter Ziel von grenzübergreifenden Anschlägen. »Unsere Aktionen werden weitergehen so lange wie die Aggressionen und der Belagerungszustand anhalten«, verkündete der Huthi-Sprecher auf Twitter.

Im Jemen herrscht seit sechs Jahren Bürgerkrieg – der vor allem ein Stellvertreterkrieg ist. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekämpfen die jemenitischen Regierung, die durch ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis unterstützt wird. Die Rebellen kontrollieren große Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Immer wieder greifen sie mit Raketen auch Ziele in Saudi-Arabien an.

Saudi-Arabien schlägt sofortige Waffenruhe vor

Am Montag hatte Saudi-Arabien in Riad einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges präsentiert. Dieser sieht einen landesweiten Waffenstillstand unter Aufsicht der Vereinten Nationen (Uno) vor. Die Waffenruhe könnte demnach in Kraft treten, sobald die jemenitischen Huthi-Rebellen ihr zustimmen.

Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein. Zehntausende Menschen wurden in dem Konflikt getötet, 3,6 Millionen Menschen wurden Uno-Angaben zufolge seit 2015 durch Bombardierungen und Gefechte vertrieben. Zuletzt hat sich die Situation durch neue Kämpfe und die Coronakrise weiter verschärft. Nach Angaben des Uno-Nothilfebüros sind 2,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Unterernährung bedroht, so viele wie nie zuvor.