Die Coronapandemie hat den Preisanstieg bei Wohnungen und Häusern nicht gedämpft, sondern weiter angeheizt: 2020 haben sich Häuser in Deutschland um zehn Prozent, Wohnungen um elf Prozent und Mietpreise um drei Prozent verteuert. Das geht aus Datenauswertungen des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung auf Basis von Angeboten auf der Internetplattform ImmobilienScout24 hervor. »Der Anstieg war in allen drei Kategorien trotz der Coronapandemie sogar größer als in den Vorjahren«, sagt Sandra Schaffner, Leiterin des Forschungsdatenzentrums am RWI.

Seit Jahren werden die Preissteigerungen vor allem durch die Metropolregionen getrieben. Auch daran hat die Coronapandemie nichts geändert: Die Entwicklung der sieben größten Städte zeigt auch für das Jahr 2020 fast durchgehend einen positiven Trend bei den Häuserpreisen. Berlin hatte dabei die geringsten Steigerungen, Frankfurt am Main die größten.

Doch laut RWI werden nun auch Immobilien in den Umlandgemeinden richtig teuer. Die durchschnittlichen Angebotspreise für Häuser sind etwa in Düsseldorf 2020 um 7,7 Prozent gestiegen. In allen Umlandkreisen der Landeshauptstadt ging es deutlich steiler nach oben: im Rhein-Kreis Neuss etwa um 13,7 Prozent, in Mettmann um 12,5 Prozent. Der Traum vom Haus im Grünen ist durch Corona offenbar noch einmal dringlicher geworden.

Ähnlich sieht es in der Region Berlin aus. Dort sind die Häuserpreise in den Umlandgemeinden zum ersten Mal stärker gestiegen als im Stadtzentrum. So haben sich Häuser in der Stadt 2020 um sieben Prozent verteuert, während die Preise in Märkisch-Oderland um 30,8 Prozent zulegten, in Barnim um 35,6 Prozent und in Oberhavel sogar um 43 Prozent. »In Berlin scheint es Hinweise auf eine Stadtflucht zu geben«, schreiben die RWI-Forscher in der Untersuchung. Vermehrtes Homeoffice und weniger nutzbare kulturelle Angebote könnten das Wohnen in der Stadt während der Pandemie unattraktiver gemacht haben.

Immer wieder hatten Ökonomen und…