Norwegens Premierministerin Erna Solberg muss sich wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen die Corona-Regeln verantworten. Die 60-Jährige hatte ihren runden Geburtstag bereits im vergangenen Monat zusammen mit 13 Familienmitgliedern in einem Berghotel gefeiert. Wie die norwegische Polizei mitteilte, werde Solberg deswegen vernommen – laut der Zeitung »VG« sind bei Corona-Verstößen Bußgelder von bis zu 20.000 norwegischen Kronen (rund 2800 Euro) möglich.

»Wir haben eine Untersuchung gegen die Feiernden eingeleitet und Teil davon ist die Befragung der Premierministerin«, sagte Polizeiinspektor Per Morten Sending der Nachrichtenagentur Reuters. Sending sagte, die Ergebnisse sollten noch in dieser Woche veröffentlicht werden.

Solberg hat mittlerweile für ihren Verstoß um Entschuldigung gebeten. »Das Abendessen fand an drei separaten Tischen statt und wir haben Abstand eingehalten«, schrieb Solberg auf Facebook. Ihr und ihren Gästen sei nicht klar gewesen, dass es sich bei ihrem Geburtstag um eine »Veranstaltung« handelte. Dennoch hätte sie »nicht nur als Privatperson Erna, sondern besonders als Premierministerin von Norwegen einschreiten sollen«. In Norwegen sind Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen verboten.

»Hätte nie passieren dürfen«

Die Premierministerin hatte sich für strenge Regeln zur Eindämmung des Coronavirus eingesetzt. Norwegen hatte zeitweise die niedrigsten Infektions- und Todesraten in Europa. Solbergs Konservative Partei hatte davon laut Umfragen profitiert. Das Land verzeichnet nun jedoch einen raschen Anstieg an Infektionen, auch aufgrund der Virus-Mutanten.

Entsprechend groß ist nun die Aufregung um Solbergs mutmaßlich illegale Geburtstagsfeier. Selbst aus Solbergs eigenem Kabinett gibt es Kritik an der Regierungschefin. Gesundheitsminister Bent Hoeie sagte der Zeitung »VG«: »Das hätte nie passieren dürfen.«