Die Morgenlage
Referendum über Netanjahu: Knapper Ausgang bei Parlamentswahlen in Israel erwartet

Sehen Sie im Video: Gerichtsprozess gegen Benjamin Netanjahu wird fortgesetzt.

In Israel wurde am Montag der Prozess gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu fortgesetzt. Netanjahu, dem Bestechlichkeit, Betrug und Veruntreuung in mehreren Fällen vorgeworfen werden, plädierte auf „nicht schuldig“. Netanjahu soll einem Telekommunikationsanbieter und einem Zeitungsverlag Vorteile verschafft haben. Im Gegenzug sollten die Unternehmen positiv über ihn berichten. Außerdem soll er Geschenke im Wert von umgerechnet 175.000 Euro angenommen haben, darunter Champagner und Zigarren. Sollte er verurteilt werden, müsste Netanjahu möglicherweise für mehrere Jahre ins Gefängnis. Auch eine Geldstrafe ist möglich. Bis zu einem Urteil vergehen aber wahrscheinlich noch mehrere Jahre, sagen Beobachter. Der Korruptionsprozess spaltet die israelische Gesellschaft. Tausende Menschen demonstrieren jede Woche vor seinem Amtssitz und verlangen seinen Rücktritt. Seine Unterstützer halten ihm aber die Treue und sagen, Netanjahu verteidige die Interessen Israels.

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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

es ist der vierte Urnengang innerhalb von zwei Jahren – und doch scheint Israel weit entfernt von politischer Stabilität. Zwar hofft Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach zwölf Jahren an der Macht auf einen erneuten Sieg, aber viele Wähler nehmen ihm seine Korruptionsverfahren übel und sehnen sich nach einem Wechsel an der Spitze, wenngleich sich der Regierungschef die rasante und erfolgreiche Impfkampagne auf die Fahne schreibt. Experten sprechen daher von einem Referendum über…