Die Verlängerung des Shutdowns und ein fast völliger Stillstand des öffentlichen Lebens über Ostern werden von Wirtschaftsverbänden scharf kritisiert. Ökonomen halten die Beschlüsse zwar für gerechtfertigt, rechnen aber mit Milliardenkosten und senken ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum.

»Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Genth. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor hohen Folgekosten durch die Pandemiepolitik. »Die Sorge in der Breite der Wirtschaft vor lang anhaltenden, irreparablen Schäden wächst«, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verteidigte die Maßnahmen. Den längeren Lockdown und die ausgeweitete Ruhephase rund um Ostern nannte er einen »beispiellosen Kraftakt«, der aber für einige bitter sei. Die dritte Infektionswelle müsse gebrochen werden. »Nur so können wir Menschenleben retten«, sagte Altmaier. Auch könnte die Substanz der Wirtschaft erhalten werden.

Altmaier kündigte an, in den kommenden Tagen die Details zu zusätzlichen Coronahilfen für Unternehmen auszuarbeiten, vor allem für jene, die besonders lange bereits geschlossen sind. Besonders stark betroffen von den Zwangsschließungen sind Hotels, Restaurants, Veranstalter und Tourismusfirmen. Zudem stellte Altmaier für Ende kommender Woche eine Besprechung mehr Vertretern von mehr als 40 Verbänden in Aussicht.

Der Handel prangert vor allem die Fixierung auf die Corona-Inzidenzwerte an. Die Maßnahmen müssten sich an den wissenschaftlichen Fakten orientieren, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. »Und die zeigen, dass die Infektionsgefahr beim Einkaufen niedrig ist.« Es sei deshalb höchste Zeit, die entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen und alle Geschäfte unter Einhaltung strikter Hygienekonzepte wieder zu öffnen. Als kontraproduktiv sieht der Handelsverband die Schließung der…