Bei der Bundeswehr-Einheit Kommando Spezialkräfte (KSK) gab es zeitweise eine auffällige Häufung rechtsextrem gesinnter Soldaten. Wie aus einem Zwischenbericht des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hervorgeht, sind seit 2017 etwa 50 Mitglieder der Einheit wegen des Verdachts rechtsextremistischer Aktivitäten ins Visier des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) geraten. Fünf dieser Soldaten wurden entlassen, 16 weitere wurden versetzt oder haben das KSK mittlerweile verlassen.

Ein rechtsextremistisches Netzwerk, das »ziel- und zweckgerichtet an dem Beseitigen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung arbeitet, wurde dabei allerdings nicht erkannt«, heißt es in dem 30-seitigen Bericht. Bekannt wurde demnach lediglich »ein Geflecht von Kontakten und Kennverhältnissen unterschiedlicher Art und Intensität zwischen einzelnen im Fokus stehenden Personen, welche durch eine übereinstimmende Geisteshaltung getragen zu sein scheint.«

Grundsätzlich zeigt sich die Bundeswehrführung von den bisher erreichten Fortschritten erstaunlich zufrieden. Generalinspekteur Eberhard Zorn schreibt in dem Bericht, alle Beteiligten hätten »mit hohem Engagement beigetragen und damit in kurzer Zeit viel erreicht«. Durch viel neues Personal, die Rede war von 80 neuen Dienstposten, sei frischer Wind in den verkrusteten Verband gekommen. Wörtlich schrieb Zorn, die Umschichtungen kämen »einer Neuaufstellung des KSK gleich«.

Das KSK ist seit Monaten in den Negativ-Schlagzeilen. Schon seit dem Jahr 2019 gab es immer wieder Hinweise, dass rechtsextreme Soldaten in dem Verband geduldet wurden. Im Frühsommer 2020 dann wurde bei einem Ausbilder der Einheit im Garten ein regelrechtes Waffenlager gefunden. Die Munition hatte der von der Bundeswehr mittlerweile als Rechtsextremist eingestufte KSK-Soldat über die Jahre abgezweigt und daheim mit Nazi-Propaganda verbuddelt.

Seitdem ist das KSK auf Bewährung, so jedenfalls sagt es Verteidigungsministerin Annegret…