Die Vereinten Nationen stufen die Situation im Jemen als größte humanitäre Katastrophe weltweit ein. Der seit mehr als sechs Jahren herrschende Bürgerkrieg hat das Land schwer gezeichnet. Trotz mehrerer Friedensbemühungen kämpfen die Konfliktparteien weiter um die Macht. Saudi-Arabien hat nun jedoch einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Krieges vorgelegt.

Darin vorgesehen ist ein landesweiter Waffenstillstand unter Aufsicht der Vereinten Nationen, wie Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud am Montag mitteilte. Die Waffenruhe könnte in Kraft treten, sobald die jemenitischen Huthi-Rebellen ihr zustimmten. Auch der Flughafen in der Hauptstadt Sanaa solle wieder geöffnet werden. Ziel der Initiative sei eine umfassende politische Lösung für den Konflikt.

In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit mehr als sechs Jahren ein Bürgerkrieg. Die Huthis bekämpfen die international anerkannte Regierung des bitterarmen Landes. Dabei ist der Konflikt vor allem ein Stellvertreterkrieg: Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis kämpft an der Seite der jemenitischen Regierung gegen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen.

Die Rebellen kontrollieren große Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien unterstützt die Regierungsanhänger unter anderem mit Luftangriffen. Das sunnitische Königreich sieht in den Huthis einen engen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran. Die Rebellen greifen mit Raketen auch immer wieder Ziele in Saudi-Arabien an.

Millionen Kinder von Hunger bedroht

Allen internationalen diplomatischen Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, den langjährigen Konflikt zu beenden. Mehrere Gesprächsrunden brachten kaum Erfolge. Vereinbarungen eines Ende 2018 in Stockholm vereinbarten Abkommens wurden nur teilweise umgesetzt.

Durch Bombardierungen und Gefechte sind nach Uno-Angaben seit 2015 insgesamt 3,6 Millionen Menschen vertrieben worden. Zuletzt hat sich die ohnehin dramatische Situation durch…