Das Feuer sei am Montagnachmittag ausgebrochen und habe bis zum Abend (Ortszeit) nicht gelöscht werden können, sagte der Chef der für Flüchtlinge zuständigen Behörde in Bangadesch, Mamunur Rashid, der Deutschen Presse-Agentur. In dem betroffenen Gebiet der Lager von Cox’s Bazar hätten mindestens 150.000 Menschen in Hütten und Zelten gelebt. Nach Schätzungen hätten rund 20.000 von ihnen ihre notdürftigen Behausungen durch das Feuer verloren. Noch könne der Schaden des Brandes aber nicht abgeschätzt werden. Feuerwehr, Polizei und Armee seien vor Ort.

Bange Blicke: Wie weit fressen sich die Flammen noch durch das Camp?

Die Hilfsorganisation CARE berichtete, dass sich das Feuer über mehrere Lagerabschnitte ausgebreitet hätte. Die Einsatzkräfte vor Ort unternähmen alles, um die Brände einzudämmen. Das Feuer rücke aber immer näher an die dichtbesiedelten Abschnitte des Camps heran. Wo die Hütten dicht an dicht stünden, bestehe die Gefahr, dass sich die Ausbreitung des Brandes noch beschleunige.

Wo die Feuerwalze schon durch ist, bleibt den Menschen nichts von ihrem spärlichen Hab und Gut

In den sozialen Medien kursieren Videos aus dem Lagerteil Balukhali, wo die Menschen inmitten brennender Hütten und Zelte um ihr Hab und Gut kämpfen.

Der Brand ist bereits die dritte Feuerkatastrophe in den Lagern von Cox’s Bazar in diesem Jahr. Mitte Januar waren dort vier Schulen des Kinderhilfswerks UNICEF niedergebrannt. Vier Tage zuvor hatte ein Großbrand mehr als 500 Flüchtlingsunterkünfte zerstört.

Der von dem Brand betroffene Lagerteil Balukhali (Archivbild)

In den überfüllten Lagern von Cox’s Bazar im Süden Bangladeschs leben aktuell rund 850.000 Muslime der Volksgruppe der Rohingya aus dem benachbarten buddhistisch geprägten Myanmar – meist unter verheerenden Bedingungen in Zelten oder Bambusbaracken. 2017 waren Hunderttausende Rohingya vor brutaler Unterdrückung durch das myanmarische Militär in das muslimisch geprägte Nachbarland Bangladesch…