Deutschland steht kurz vor einer Verlängerung des bundesweiten Shutdowns. Vor dem Treffen von Bund und Ländern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit bei 107, die Infektionszahlen steigen wegen der zunehmenden Verbreitung der Virusmutanten exponentiell, und mit Impfungen allein, das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vergangene Woche eingestanden, ist der dritten Welle nicht mehr beizukommen. Damit dürften Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel heute die Notbremse ziehen. Der Shutdown, so heißt es in einer Beschlussvorlage des Kanzleramts für die heutige MPK, könnte zunächst bis zum 18. April verlängert werden.

Merkel und die Länderchefinnen und -chefs wollen bei ihrem Gipfel zudem über weitere Verschärfungen der Maßnahmen beraten. Laut Vorlage soll etwa über nächtliche Ausgangsbeschränkungen diskutiert werden, Schulen und Kitas werden möglicherweise wieder geschlossen, sofern nicht zweimal die Woche getestet werden kann – oder wenn die Inzidenzwerte über 200 steigen.

Macht die Bevölkerung da noch mit? Die geplanten Verschärfungen – so sie denn beschlossen werden – dürften auf eine Gesellschaft treffen, die müde ist von den einschränkenden Maßnahmen, die sich seit Monaten kaugummiartig in die Länge ziehen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fasste die Situation zuletzt so zusammen: »Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine Corona-müde Bevölkerung – das macht sie so brandgefährlich.«

Angst vor dem Virus ist zurück

Doch mit den steigenden Inzidenzwerten ist bei den Deutschen offenbar auch die Angst vor dem Virus zurück. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsinstituts Civey für den SPIEGEL. Der Anteil der Menschen, die eine Verschärfung der geltenden Maßnahmen befürworten, ist demnach im Vergleich zu den letzten Bund-Länder-Runden deutlich gestiegen: Knapp über 40 Prozent sind dafür. Rund 23 Prozent sind der Meinung, dass die…