Die Angriffe im Niger ereigneten am Dienstag in der Region Tillaberi, die unmittelbar an das benachbarte Mali grenzt. Nach Angaben von Augenzeugen und einem Vertreter der Sicherheitskräfte überfielen Bewaffnete auf Motorrädern zunächst einen Bus in der Gegend um Banibangou, wo ein großer Viehmarkt stattfand. Etwa 20 Menschen seien getötet worden, berichtete ein Dorfbewohner. Nach Angaben eines anderen Anwohners waren die Opfer auf dem Rückweg von dem Viehmarkt nach Chinegodar.

Niger ordnet Staatstrauer an

Später überfielen bewaffnete Angreifer dann mehrere Dörfer in der Region und brannten Getreidespeicher nieder. Dabei seien etwa 30 Menschen getötet worden, hieß es zunächst aus Sicherheitskreisen. Ein Regierungssprecher bestätigte am Dienstagabend im Staatsfernsehen die Massaker und kündigte eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer an.

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. In der Region Tillaberi operieren jedoch dschihadistische Gruppen wie der „Islamische Staat in der größeren Sahara“. Bereits Anfang Januar waren in der Region bei Angriffen auf zwei Dörfer etwa hundert Menschen getötet worden.

Extremisten töten elf malische Soldaten

Ebenfalls am Dienstag griffen Extremisten jenseits der Grenze nahe der Stadt Ansongo Sicherheitskräfte an, wie das malische Militär mitteile. Bei dem Angriff von rund 100 Bewaffneten mit  Motorrädern und Pickups seien elf Soldaten getötet und 14 verwundet worden, elf weitere würden vermisst. Zudem starben sieben Angreifer. Wer für die Attacke verantwortlich ist und ob es einen Zusammenhang mit den Massakern auf nigrischer Seite gibt, wurde nicht bekannt.

ww/cw (dpa, afp, ap)