Die Staatsanwaltschaft wirft dem 66-Jährigen vor, seinen Präsidentschaftswahlkampf 2012 zum Teil aus illegalen Mitteln finanziert zu haben. Nicolas Sarkozy bestreitet die Vorwürfe. Neben dem früheren Präsidenten sind noch 13 weitere Verantwortliche aus dem Umfeld seiner konservativen Partei angeklagt. Sie müssen sich vor einem Pariser Strafgericht wegen Betrugs oder Beihilfe dazu verantworten. Wie Medien berichteten, könnte der Prozess unmittelbar nach Auftakt vertagt werden, da der Anwalt eines Angeklagten schwer erkrankt sei. Die Staatsanwaltschaft nahm zu einer möglichen Verschiebung zunächst keine Stellung. Die Verhandlungen sollen nach bisherigem Zeitplan bis zum 15. April dauern.

Bereits am 1. März war der Ex-Staatschef wegen Bestechung und illegaler Einflussnahme auf die Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt worden, davon setzte das Gericht zwei zur Bewährung aus. Nach Überzeugung des Pariser Gerichts hatte Sarkozy 2014 versucht, einen Generalanwalt an Frankreichs Oberstem Gerichtshof zu bestechen, um Informationen zum Verlauf eines ihn betreffenden Verfahrens zu erlangen. Sarkozy selbst beteuert seine Unschuld. Er will gegen das Urteil durch alle Instanzen gehen – notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Sarkozy war von 2007 bis 2012 französischer Präsident. Kein Präsident der 1958 gegründeten Fünften Republik Frankreichs wurde bisher so hart bestraft. Sarkozy hat der Politik zwar den Rücken gekehrt, er soll aber im Hintergrund noch erheblichen Einfluss ausüben können.

Strafandrohung ein Jahr Haft

In dem neuen Verfahren in Paris drohen Sarkozy ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 3750 Euro wegen illegaler Wahlkampffinanzierung. Der konservative Politiker war zwischen 2007 und 2012 Frankreichs Präsident. Bei seinem erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf gegen François Hollande 2012 überschritt er nach Überzeugung der Anklage die zulässige Budgetobergrenze von 22,5 Millionen Euro deutlich.

Seine Partei soll…