Analyse

Covid-19-Pandemie
Brasilien in der Coronakrise: Akkord-Begräbnisse, ein ignoranter Präsident und ein unerwarteter Hoffnungsträger

Er muss seinen Job als brasilianischer Gesundheitsminister räumen. Der General Eduardo Pazuello soll nach dem Willen von Präsident Jair Bolsonaro abgelöst werden. Er habe den derzeitigen Präsidenten der Brasilianischen Gesellschaft für Kardiologie Marcelo Queiroga eingeladen, das Gesundheitsministerium zu übernehmen, schrieb Bolsonaro. Der Kardiologe ist bereits der vierte Gesundheitsminister in der Pandemie. Eine seiner Hauptaufgaben dürfte es sein, die Impfungen in dem Land zu beschleunigen. Bolsonaro kündigte an, dass die Regierung die Bemühungen verdoppeln werde, Massenimpfungen gegen das Coronavirus durchzuführen. Bolsonaro steht für seinen Umgang mit der Pandemie in der Kritik. Er hatte das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Viele seiner Anhänger fordern die Lockerungen von Corona-Beschränkungen, erst am Wochenende hatte es deswegen Massenkundgebungen gegeben. Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Mehr als 11 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, rund 280.000 sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. In der vergangenen Woche erfasste das Land erstmals mehr als 2000 Coronatote an einem Tag. Das Gesundheitssystem ist vielerorts zusammengebrochen.

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von Marc Drewello

17.03.2021, 06:18 Uhr

Brasilien ist schon lange ein Corona-Hotspot. Doch in den vergangenen Wochen wurde die Lage noch dramatischer. Für Präsident Jair Bolsonaro könnte das gefährlich werden, ebenso wie ein plötzlich wieder aufgetauchter, alter Rivale.

Mehr als 11,5 Millionen Infizierte, fast 280.000 Tote: Das ist die traurige Bilanz der bisherigen Coronapolitik von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Erst vor wenigen Tagen hat die größte und bevölkerungsreichste…