Antarktis
Abgebrochener Eisberg gibt Blick frei auf Leben am Meeresboden

Ein riesiger Riss zieht sich durch das Brunt-Schelfeis. Zuletzt verlängerte er sich um bis zu einen Kilometer pro Tag. Am 26. Februar löste sich dann ein gigantischer Eisberg von der 150 Meter dicken Eisschicht am Rande der Antarktis. Foto: Andy Van Kints/British Antarctic Survey/dpa

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Im Februar brach ein riesiger Eisberg vom Schelfeis in der Antarktis ab. Wissenschaftler vom Forschungsschiff «Polarstern» waren in der Nähe und nutzten die Chance für einzigartige Untersuchungen.

Auf dem Meeresboden unterhalb eines frisch abgebrochenen Eisbergs in der Antarktis haben Forschende eine überraschend große Lebensvielfalt entdeckt. 

Erste Foto- und Filmaufnahmen hätten ein artenreiches Ökosystem in einer Region gezeigt, die für Jahrzehnte von Eis bedeckt war, teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Mittwoch mit.

Der Eisberg A 74 hatte sich am 26. Februar vom Brunt-Schelfeis gelöst. Er ist mit 1270 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie Berlin. In der Nähe befand sich das Forschungsschiff «Polarstern» auf Expedition. Die Wissenschaftler entschieden, in den Spalt zwischen Schelfeiskante und Eisberg vorzudringen, um den lange unter mehreren hundert Metern Eis verborgenen Meeresboden zu erkunden.

Das Tiefsee-Team der «Polarstern» konnte mit Unterwasserkameras in einer Schlammlandschaft zahlreiche Tiere beobachten, die auf Steinen festsaßen. Die meisten seien Filtrierer. Auch mobile Arten wie Seegurken, Seesterne, Weichtiere sowie mindestens fünf Fischarten und zwei Tintenfischarten wurden entdeckt.

«Es ist ein Glücksfall, dass wir flexibel reagieren und das Abbruchgeschehen am Brunt-Schelfeis aktuell so detailliert erforschen konnten», sagte Expeditionsleiter Hartmut Hellmer. Die Aufnahmen…