Das Tesla-Werk in Grünheide im Südosten von Berlin nimmt allmählich Gestalt an. Besonders die Wirtschaftspolitiker in der Landesregierung Brandenburgs erhoffen sich starke Impulse für die Region, wenn die Produktion der Elektroautos im Juli 2021 beginnt.

Dem wirtschaftlichen Fortschritt stehen allerdings nach Überzeugung von Anwohnern, Klimaschützern und Umweltbehörden schwerwiegende Folgen gegenüber, wie eine Dokumentation des ZDF-Magazins »Frontal 21« (Dienstag, 21 Uhr) aufzeigt. So befürchtet der Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler, zumindest langfristig große Probleme für die regionale Wasserversorgung.

Die geplante Fabrik des US-Elektroautobauers wird nach Recherchen des Magazins mit den nächsten Ausbaustufen rund 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauchen. Das wären rund 30 Prozent des gesamten Wasservolumens in der Region, weit mehr, als der Landstrich verkraften könnte. »Die Trinkwasserversorgung wird geopfert auf dem Gabentisch der Wirtschaftspolitik«, sagte Bähler den ZDF-Reportern.

Die Journalisten zitieren aus internen Unterlagen des Landesumweltministeriums, wonach der Wasserverband Brandenburg schon aktuell zunehmend Schwierigkeiten hat, die Nachfrage nach Trinkwasser zu befriedigen. Die »Ansiedlung von Industrie und Gewerbe (etwa Tesla)« verschärfe die »Situation im östlichen Berliner Umland zusätzlich«.

Behörden unter Druck

Wenig Verständnis für die Bedenken zeige Tesla-Chef Elon Musk. Während eines Besuchs auf der Baustelle verwies er die ZDF-Reporter auf die dichten Wälder rund um die Baustelle. »Im Grunde sind wir nicht in einer sehr trockenen Region. Bäume würden nicht wachsen, wenn es kein Wasser gäbe«, sagte Musk. »Ich meine, wir sind ja hier nicht in der Wüste.«

Nach Recherchen von »Frontal 21« fühlen sich Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Brandenburg massiv unter Druck gesetzt. Musks Einfluss reiche so weit, dass ein ordnungsgemäßes Genehmigungsverfahren infrage…