Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ist im vergangenen Jahr massiv unter Druck geraten. Monatelang erschütterten Massenproteste das Land. Während der politischen Krise suchte Lukaschenko immer wieder Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nun wollen die Nachbarländer ihre militärische Zusammenarbeit ausbauen und künftig gemeinsam Soldaten ausbilden.

Es sei ein Trainingszentrum für die Luftstreitkräfte beider Länder geplant, teilte das belarussische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Minsk mit. Konkret sollen demnach in Belarus die Besatzungen für Flüge mit dem Kampfjet des Typs Suchoi Su-30SM geschult werden. Zudem sollen Soldaten aus Belarus an russischen Flugabwehr-Raketensystemen ausgebildet werden. In Russland sei ein Trainingszentrum für Bodentruppen geplant, hieß es. Dabei gehe es um die Ausbildung von Panzergrenadier- und Panzertruppen.

Mit dieser Vereinbarung würde die Ausbildung beider Streitkräfte auf eine neue Ebene gehoben und die Zusammenarbeit verbessert, teilte das Verteidigungsministerium in Minsk mit. Russland und Belarus haben bereits mehrfach gemeinsame Manöver abgehalten. Die beiden verbündeten Länder haben in einem Vertrag für einen Unionsstaat eine enge Kooperation in verschiedenen Bereichen verabredet.

Russland bot Belarus bereits bei Massenprotesten Unterstützung an

Erst im vergangenen Spätsommer hatte Russland nach Beginn der Massenproteste in Belarus seinem Nachbarn für den Fall einer Eskalation der Lage auch Sicherheitskräfte als Unterstützung zugesichert. Auslöser der Protestbewegung war die Präsidentschaftswahl im August. Machthaber Lukaschenko hatte sich nach der Wahl zum Sieger erklären lassen. Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren regierenden Staatschef Wahlbetrug vor.

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