Rüstung
Großbritannien will Obergrenze für Atomsprengköpfe erhöhen

Eine Hand hält an Bord des britischen U-Boots «HMS Vigilant» die rote Auslöse-Einrichtung, die der Waffenoffizier des U-Boots im Fall eines Atomwaffen-Einsatzes nutzen würde. Foto: Danny Lawson/PA Wire/dpa

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London will sich in Zukunft stärker nach Asien und dem Pazifikraum ausrichten. Die größte Gefahr für die Sicherheit ihres Landes gehe aber von Russland aus, glaubt die britische Regierung.

Erstmals seit Jahrzehnten der Abrüstung will die britische Regierung wieder einen Ausbau ihres Atomwaffenarsenals ermöglichen. Das geht aus einem Dokument zur strategischen Neuausrichtung des Landes nach dem Brexit hervor, das Premierminister Boris Johnson im Parlament vorgestellt hat.

Demnach soll die bislang bis Mitte des Jahrzehnts vorgesehene Begrenzung der Anzahl von Atomsprengköpfen von 180 auf bis zu 260 erhöht werden. Das sei notwendig, um angesichts des «sich verändernden Sicherheitsumfelds einschließlich einer Reihe von technologischen und ideologischen Bedrohungen» ein Minimum an Abschreckung aufrechtzuerhalten, hieß es.

Wie viele Sprengköpfe Großbritannien derzeit besitzt, ist offiziell nicht bekannt. Daher ist nicht klar, ob Großbritannien sein Arsenal tatsächlich vergrößern oder nur weniger reduzieren will als bislang geplant. Die Vereinigung Amerikanischer Wissenschaftler FAS beziffert das britische Arsenal (Stand 2020) auf 195, von denen 120 einsatzfähig stationiert sind. Ein Regierungssprecher betonte, die Verpflichtungen Großbritanniens aus dem Atomwaffensperrvertrag würden von der Anpassung nicht berührt. Die Erneuerung der Kapazitäten zur nuklearen Abschreckung seien Teil einer 24 Milliarden Pfund (27,9 Milliarden Euro) schweren Investition in die Streitkräfte, sagte Johnson.

Die Regierung bezeichnete die sogenannte «Integrated Review» als…