Das Impfzentrum in den Messehallen in Köln: Diese Wartenden sollten am Montag eigentlich mit AstraZeneca geimpft werden. Doch der vorübergehende Stopp der Vakzine bringt die Impf-Logistik durcheinander. Unverständnis beim leitenden Impfarzt:

Jürgen Zastrow, leitender Impfarzt und Vorsitzender Kassenärztliche Vereinigung in Köln
»Also, erstens ist jeder Tag, den wir warten, zu lang. Zweitens mit der Nachricht ist die Diskussion da. Ist jetzt ganz egal, wann das wiederkommt, aber der Vertrauensverlust ist leider da und da müssen wir eben gegen anargumentieren. Astra ist ein super Impfstoff und das bleibt auch so. Auch wenn es jetzt in einigen seltenen Fällen Nebenwirkungen gibt.«

Der Stopp sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es gestern aus dem Gesundheitsministerium. Sieben Hirnvenenthrombosen seien in Deutschland nach einer Impfung mit der Astra-Zeneca-Vakzine gemeldet worden. Ob der Impfstoff die Ursache war, müssen nun weitere Untersuchungen klären. Am Donnerstag will die Europäische Arzneimittelagentur über weitere Schritte entscheiden.

Bei den Wartenden in Köln wird der Impfstopp ganz unterschiedlich bewertet.

»Ich hätte es auch mit AstraZeneca gemacht, auch selbst heute noch.«

»Ich bin dafür, es wirklich zurückzunehmen und zunächst einmal abzuwarten. Aber es verstärkt natürlich auch die Situation der Unsicherheit.«

»Ich war dem AstraZeneca gegenüber nicht negativ eingestellt. Ich finde, das wird ziemlich hoch geputscht.«

In Köln konnten die Ärzte am Montag spontan umdisponieren. Statt mit AstraZeneca wurde hier der Biontech-Impfstoff verimpft. Niemand musste nach Hause geschickt werden. Doch ab heute wird das Impftempo deutlich verlangsamt.