In den Niederlanden finden die Parlamentswahlen mitten in der Corona-Pandemie statt. Um den Andrang in den Wahllokalen zu entzerren, sind diese seit Montag für drei Tage geöffnet. Zudem ist auch Menschen ab 70 Jahren die Abstimmung per Brief erlaubt – normalerweise ist das nur im Ausland lebenden Niederländerinnen und Niederländern gestattet. Nun sorgt das Verfahren aber offenbar für erhebliche Probleme.

Viele ältere Leute hätten Fehler gemacht, teilte Innenministerin Kajsa Ollongren mit, dennoch sollten ihre Stimmen gezählt werden. Das Verfahren bei der Auszählung der Briefwahlstimmen werde geändert, damit diese trotzdem gewertet werden könnten.

Wie unter anderem der niederländische Sender NOS berichtet, hatten die Senioren zwei Umschläge erhalten: einen Briefwahlzettel sowie den sogenannten »Voting Plus Pass« speziell für die Gruppe. Dieser sollte getrennt vom Stimmzettel zurückgesandt werden, um einerseits die Wahlberechtigung sicherzustellen, die Briefstimmen jedoch geheimzuhalten. Viele ältere Menschen steckten aber offenbar beide Papiere in einen Umschlag.

Etwa sieben bis acht Prozent der Briefstimmen dürften deswegen laut NOS eigentlich nicht gewertet werden. Größere Verzögerungen gibt es durch die falsch ausgefüllten Stimmen aber offenbar nicht.

Innenministerin Ollongren teilte nun mit, dass das Auszählungsverfahren bei den Briefwahlstimmen geändert werde, damit das Wahlgeheimnis garantiert bleibe. Staatsrat und Wahlrat stimmten dem Schritt zu.

Nach dem neuen Verfahren dürfen die Umschläge mit dem Wahlzettel geöffnet werden, um den Wahlschein herauszuholen. Dann werden die geschlossenen Umschläge in eine Urne geworfen. Gezählt wird erst am Mittwochabend. Dann schließen auch die Wahllokale.

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