Trotz der Militärgewalt in Myanmar dauern die landesweiten Proteste gegen die neue Staatsführung an. In Yangon versuchten Demonstranten laut der Nachrichtenagentur dpa, sich mit selbstgebauten Barrikaden gegen die Einsatzkräfte zu schützen.

Am Montag gab es laut AAPP erneut 20 Tote. Insgesamt seien damit seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 183 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 2100 wurden zumindest vorübergehend festgenommen. Die Vereinten Nationen gingen dagegen zuletzt von mindestens 149 Toten aus.

Informationen zu verifizieren gestalte sich zunehmend schwierig, »insbesondere nach der Verhängung des Kriegsrechts in Teilen von Yangon und Mandalay«, hieß es von der Uno. »Wir sind zutiefst beunruhigt und fordern das Militär erneut auf, das Töten und Verhaften von Demonstranten einzustellen«, sagte Sprecherin Ravina Shamdasani.

19 Journalisten laut Uno weiter in Haft

Die Repressalien richten sich aber offenbar nicht nur gegen Demonstranten: Laut dem Uno-Menschenrechtsbüro wurden bislang 37 Journalisten festgenommen, 19 säßen weiterhin in Haft. Zugleich gebe es »sehr erschütternde« Berichte über Folter in der Haft. Mindestens fünf Personen sollen demnach bislang im Arrest gestorben sein.

Die USA verurteilten die Geschehnisse in Myanmar erneut. »Dieses Wochenende war ein neuer Tiefpunkt, als birmanische Sicherheitskräfte ihre eigenen Leute brutal angegriffen und Dutzende im ganzen Land getötet haben«, sagte die stellvertretende Sprecherin des US-Außenminiteriums Jalina Porter. Die Gewalt der Militärs sei »unmoralisch und nicht zu rechtfertigen«. Die USA forderten alle Länder auf, »mit konkreten Maßnahmen auf den Putsch und die eskalierende Gewalt zu reagieren.«

Insbesondere in Yangon liefern sich Demonstranten und Einsatzkräfte derzeit heftige Auseinandersetzungen. Das Arbeiterviertel Hlaing Tharyar gleiche einem »Kriegsgebiet«, berichtete ein Augenzeuge der dpa. Mehr als 50 Militärfahrzeuge seien angerückt, und Soldaten hätten…