Die US-Regierung bereitet sich auf weiter deutlich steigende Zahlen von Migranten, vor allem aus Zentralamerika, an der Grenze der Vereinigten Staaten zu Mexiko vor. Die Zahlen könnten die der vergangenen 20 Jahre übertreffen, teilte US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas mit. Die Lage an der Südgrenze sei »schwierig«.

US-Präsident Joe Biden sagte am Dienstag, er habe bislang keine Pläne, die Grenzregion zu besuchen. Die Republikaner werfen dem demokratischen Präsidenten vor, mit seiner liberaleren Migrationspolitik eine Krise an der Südgrenze der USA ausgelöst zu haben.

Bidens Migrationspolitik wird auch von anderer Seite kritisiert, da Tausende Minderjährige, die ohne ihre Eltern auf der Flucht sind, während der Prüfung ihrer Asylanträge in Lagern oder Heimen festgehalten werden. 3700 Kinder sollen laut CNN derzeit im Gewahrsam der Behörden sein. Und es dauert offenbar zunehmend länger, bis sie woanders untergebracht werden.

Mayorkas erhob am Dienstag dagegen schwere Vorwürfe gegen die Vorgängerregierung des republikanischen Präsidenten Donald Trump. »Die vorherige Regierung hat das Asylsystem vollständig abgebaut«, teilte er mit.

Mayorkas räumte ein, dass der Transfer von unbegleiteten Minderjährigen von Einrichtungen der Grenzpolizei zu denen des Gesundheitsministeriums nicht immer im gesetzlich vorgeschriebenen Zeitrahmen von 72 Stunden gelinge. Die Kapazität der Gesundheitsbehörden sei überschritten. Er kündigte Maßnahmen an, um die Lage für Kinder zu verbessern.

Die Grenzschutzbehörde CBP hatte am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, ihre Mitarbeiter hätten im Februar 100.441 Personen beim versuchten Übertritt der Südgrenze aufgegriffen – 28 Prozent mehr als im Vormonat und fast dreimal so viele wie im Februar 2020. 72.113 Migranten seien wieder zurückgeschickt worden. Die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen stieg nach CBP-Angaben von 3490 im Februar 2020 auf 9457 im vergangenen Monat.

Icon: Der Spiegel