Statt am morgigen Mittwoch soll der Impfgipfel nach Angaben der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) nun am Freitag nachgeholt werden. Der neue Termin wurde dem SPIEGEL bestätigt. Bei dem Austausch zwischen Bund und Ländern soll es generell um eine Beschleunigung der Impfkampagne gehen. Ursprünglich war vorgesehen, etwa über eine stärkere Einbindung der Hausärzte zu beraten.

Hintergrund der Verschiebung sei, dass sich die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) am Donnerstag noch einmal ein »Bild« der Lage mit dem Impfstoff machen wolle, sagte Dreyer, »dann haben wir hoffentlich Klarheit.« Dreyers Parteikollege, Vizekanzler Olaf Scholz, sagte, er hoffe darauf, »dass ein Impfstoff, der schon an zig Millionen Bürgerinnen und Bürger in aller Welt verimpft worden ist, auch weiter verimpft werden kann.«

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte die Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen zuvor als »besonders schlechte Nachricht« bezeichnet. Bayerns Landeschef Markus Söder (CSU) nannte den Impfstopp »einfach bitter«.

Ema verteidigt AstraZeneca-Vakzine

Der Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs war in Deutschland und zahlreichen weiteren europäischen Ländern am Montag ausgesetzt worden. Grund sind einzelne Fälle von Thrombosen der Hirnvenen nach Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers. Die Ema leitete daraufhin eine Untersuchung ein.

Für SPD-Politikerin Dreyer ist der Impfstopp indes nur ein Aspekt. Das Grundproblem sei, dass in Deutschland nach wie vor »viel, viel zu wenig Impfstoff« verfügbar sei, sagte Dreyer. Vor diesem Hintergrund schaffe der Stopp der Impfungen mit AstraZeneca »keine ganz einfache Ausgangssituation«. Sie hoffe, dass die Zweifel an dem Impfstoff ausgeräumt werden könnten. Es sei daher wichtig, am Freitag die nötigen Informationen vorliegen zu haben.

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