Großbritannien strebt nach dem Brexit anscheinend eine größere Rolle in der Weltpolitik an. So werde Premierminister Boris Johnson am Dienstag verkünden, dass die Zahl der Trident-Atomsprengköpfe von zurzeit 180 bis zur Mitte des Jahrzehnts auf 260 erhöht werde. Das geht aus dem Bericht zu einer umfassenden einjährigen Überprüfung der Sicherheits- und Außenpolitik hervor, der offenbar bereits vorab unter anderem an den »Guardian« durchgestochen wurde.

Die Regierung würde damit die seit rund 30 Jahren betriebene Politik einer allmählichen Abrüstung beenden. Laut dem Papier kostet die Erhöhung des Nuklearwaffenpotenzials rund 10 Milliarden Pfund (fast 12 Milliarden Euro). Zurzeit lagert Großbritannien weit weniger atomare Sprengköpfe als zum Beispiel Russland (4300), die USA (3800) oder China (rund 320).

Johnson werde Pläne präsentieren, die den Schwerpunkt der britischen Außenpolitik auf Indien und den Pazifik verlagern, heißt es. Schon nächsten Monat wird Johnson nach Indien reisen – seine erste größere Auslandsreise seit dem Brexit.

In dem geleakten Bericht heißt es demnach, dass Russland mit Kremlchef Wladimir Putin zwar eine »aktive Bedrohung« für die Sicherheit der Nation sei, China aber eine größere Herausforderung darstelle.

Großbritanniens Ideale wie Demokratie und Redefreiheit müssten auf der Welt geschützt werden, schrieb Johnson am Dienstag in einem Beitrag für die Zeitung »Times«. Deshalb werde man sich alle Werkzeuge geben, die nötig seien, »um sich mit gleich gesinnten Demokratien« auf der ganzen Welt zu koordinieren.

Die Nato kommt in dem Report offenbar nicht direkt vor. Es heißt angeblich, die USA würden der wichtigste strategische Verbündete und Partner Großbritanniens bleiben.

Abrüstungs-Aktivisten warnen vor »schockierenden« Plänen

Um die gesteigerten weltpolitischen Ambitionen zu unterstreichen, soll der Flugzeugträger »HMS Queen Elizabeth« im Laufe des Jahres erstmals in das strategisch bedeutende…