Privatanleger können damit rechnen, schon in den nächsten Tagen ihre Einlagen bei der insolventen Greensill Bank zurückzuerhalten. Die Finanzaufsicht Bafin hat den Entschädigungsfall festgestellt. Das ist Grundlage dafür, dass die Einlagensicherung greift. Früher am Tag hatte das Amtsgericht Bremen auf Antrag der Bafin das Insolvenzverfahren eröffnet.

Der Einlagensicherungsfonds werde sich in Kürze bei den betroffenen Sparern melden, teilte der Bankenverband BdB mit. Die Entschädigung werde innerhalb von sieben Arbeitstagen erfolgen. Pro Kunde seien bei der Greensill Bank 74,96 Millionen Euro abgesichert. Insidern zufolge stellt sich der Fonds darauf ein, rund drei Milliarden Euro an private Sparer auszuzahlen – die größte Belastung seit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers 2008.

Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht am Dienstag den Hamburger Rechtsanwalt Michael Frege. Der Bruder des Sängers Campino von der Rockband »Die Toten Hosen« kennt sich mit Bankpleiten aus. Er hatte mit der Deutschland-Tochter von Lehman Brothers und der Maple Bank die beiden größten Bankinsolvenzen der vergangenen Jahre in Deutschland betreut. Im Falle von Lehman machte sein dreistelliges Millionenhonorar Schlagzeilen, das sich nach der Insolvenzmasse richtet. Er konnte allerdings die Gläubiger voll entschädigen.

Wie viel Frege nun noch bei der Greensill Bank sicherstellen kann, ist entscheidend dafür, wie viel Geld die Kommunen zurückerhalten werden. Generell sind die Insolvenzquoten bei Banken deutlich höher als bei anderen Unternehmen.

Mehrere Kommunen werfen der Bafin vor, zu spät über die Probleme bei Greensill informiert zu haben. Die Finanzaufsicht hatte die Greensill Bank Anfang März wegen drohender Überschuldung geschlossen und das Management bei der Staatsanwaltschaft Bremen angezeigt, weil für Forderungen in der Bilanz teilweise kein Nachweis erbracht werden konnte. 26 betroffene Städte und Gemeinden wollen sich nach Angaben der Stadt Monheim am Rhein…