Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hat in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass die Berichte über Blutgerinnsel weiterhin überprüft werden.

Am Donnerstag werde es eine Entscheidung darüber geben, wie die Empfehlungen zum AstraZeneca-Impfstoff in Zukunft aussehen werden. Emer Cooke, Direktorin der Ema, sagte: »Nach wie vor gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Impfung die Gerinnsel ausgelöst haben.« Sie unterstrich, dass die Ema die Berichte sehr ernst nehme und jeder einzelne Fall nun von einem Expertenteam untersucht werde. »Wir sind immer noch überzeugt, dass der Nutzen der AstraZeneca-Impfung die Risiken überwiegt«, so Cooke. Tausende von Menschen stürben jeden Tag weltweit, die Berichte über die Blutgerinnsel hingegen seien sehr selten.

In der vergangenen Woche hatten mehrere europäische Länder einen vorübergehenden Stopp der AstraZeneca-Impfungen angeordnet. Anlass waren Fälle von Blutgerinnseln, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung standen. Ein ursächlicher Zusammenhang war indes bislang in keinem der Länder nachgewiesen worden.

Der Ema waren insgesamt 30 Fälle von Gerinnungsstörungen nach einer AstraZeneca-Impfung gemeldet worden, bei einer Gesamtzahl von knapp fünf Millionen Geimpften. »Die Zahl der thrombembolischen Vorfälle bei geimpften Menschen scheint nicht höher zu sein als die Zahl in der Gesamtbevölkerung«, hatte die Ema am Montag in einem Statement geschrieben.

Am Montag hatte auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Deutschland verkündet, die Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca auszusetzen. Damit war er einer Empfehlung des in Deutschland für die Zulassung und Überwachung von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) gefolgt. Die Begründung des PEI: Die Experten sahen eine »auffällige Häufung« von »sehr seltenen Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen und Blutungen«, heißt es in einem Statement. Diese seien in zeitlicher Nähe zu…