Die eigentliche Vertiefung dauerte deutlich kürzer als der Streit im Vorfeld: Die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung sind nach etwa eineinhalb Jahren weitgehend abgeschlossen. Anfang Mai könnte damit eine erste Freigabe für die Seeschifffahrt erfolgen.

»Voraussichtlich im zweiten Halbjahr kann die Schifffahrt dann die neue Tiefe vollständig nutzen«, sagte der Präsident der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Hans-Heinrich Witte. »Eine Mammutaufgabe ist geschafft, eines der wichtigsten Verkehrsprojekte steht vor dem Abschluss.« Die Kosten für die Elbvertiefung werden auf insgesamt rund 800 Millionen Euro geschätzt.

Das Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe, ein Zusammenschluss der Umweltverbände BUND, Nabu und WWF, sprach von einer schlechten Nachricht für den Fluss.

Der rund 130 Kilometer lange Abschnitt der Elbe zwischen Hamburg und der Nordsee zählt zu den wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Fluss dort bereits sechsmal vertieft und damit den Anforderungen der Schifffahrt angepasst, zuletzt 1999.

Diesmal wurde der Fluss so ausgebaggert, dass auf ihm Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Meter unabhängig von Ebbe und Flut fahren können. Tideabhängig soll die Elbe für Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 14,50 Metern passierbar sein.

Aus Sicht des Umweltbündnisses verschlechtert sich der Zustand der Elbe zusehends. Stintsterben, zunehmende Trübung und eine immer höher auflaufende Tide seien dafür klare Belege. »Die aktuellen ökonomischen Probleme des Hamburger Hafens werden durch die Elbvertiefung nicht gelöst, die ökologischen Probleme nehmen aber deutlich zu«, teilten die Umweltverbände mit. Es werde sich rächen, dass trotz völlig veränderter Rahmenbedingungen an dieser Elbvertiefung festgehalten werde.

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