Brasilien ist einer der gefährlichsten Corona-Hotspots weltweit. Auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie hat Präsident Jair Bolsonaro nun wieder einen neuen Gesundheitsminister angekündigt – es ist bereits der vierte Gesundheitsminister in der Pandemie.

Er habe den derzeitigen Präsidenten der Brasilianischen Gesellschaft für Kardiologie (SBC), Marcelo Queiroga, eingeladen, das Gesundheitsministerium zu übernehmen, schrieb Bolsonaro am Montag auf Twitter. Der Kardiologe soll General Eduardo Pazuello ersetzen. Vor diesem waren seit Beginn der Pandemie Luiz Henrique Mandetta und Nelson Teich im Amt.

Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. 11.519.609 Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 279.286 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

In der vergangenen Woche erfasste das Land erstmals mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag. Das Gesundheitssystem ist vielerorts zusammengebrochen. Die Nachrichten aus Städten, in denen die Auslastung der Intensivbetten 100 Prozent erreicht hat oder Hunderte Patienten auf ein Intensivbett warten, häufen sich.

Präsident Bolsonaro steht für seinen Umgang mit der Pandemie in der Kritik. Er hatte das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Mittlerweile zieht er auch den Sinn einer Impfung in Zweifel. Nach der Rückkehr des beliebten linken Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva auf die politische Bühne hat der Rechtspopulist jedoch seinen Ton gemildert.

Der derzeitige Gesundheitsminister Pazuello kündigte am Montag noch den Kauf von 100 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech /Pfizer an, die Beschleunigung der Impfungen dürfte eine der Hauptaufgaben Queirogas sein. Lula, 75, hatte sich am Samstag impfen lassen. Bolsonaro hat bisher noch nicht bestätigt, ob er sich auch impfen lassen werde.

Icon: Der Spiegel