Die Commerzbank braucht einen neuen Aufsichtsratschef. Hans-Jörg Vetter, der den Posten erst im August übernommen hatte, hat seinen sofortigen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen erklärt, teilte die Bank mit. Der 68-jährige ehemalige Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) war erst im August 2020 ins Amt gekommen. Vorübergehend soll nun Vetters Stellvertreter, Betriebsratschef Uwe Tschäge, seinen Posten übernehmen.

Vetter war in einer Kampfabstimmung gegen den Widerstand des US-Investors Cerberus ins Amt gekommen. Er hatte die Rückendeckung der Bundesregierung, die mehr als zwölf Jahre nach dem Einstieg in der Finanzkrise immer noch größte Aktionärin der Bank ist.

Der langjährige Bankmanager und als Sanierer bekannte Vetter gilt als treibende Kraft hinter der neuen Strategie der Commerzbank. Er installierte den vormaligen Allianz- und Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof als Vorstandschef, der die Bank seit Anfang des Jahres führt. Damit hatte die Bank nach dem Rücktritt von Vorstandschef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann eine neue Besetzung an der Spitze.

Vetter stand von 2009 bis 2016 an der Spitze der LBBW. Er brachte die Stuttgarter Landesbank zurück in die Spur, nachdem sie in der Finanzkrise 2008 wegen riskanter Kreditgeschäfte ins Schlingern geraten war und mit Geldspritzen und Garantien ihrer öffentlichen Eigner gerettet werden musste. Davor sanierte er die Bankgesellschaft Berlin, die sich mit Immobiliengeschäften verhoben hatte.

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