Deutschland hat am Montag der Einsatz von AstraZeneca unterbrochen, tausende Impftermine wurden abgesagt. Die im Januar zugelassene Vakzine steht im Verdacht, eine Thrombose auszulösen, die bei drei Fällen im Land tödlich verlaufen sei. Generell scheinen Thrombosen bei Geimpften aber nicht häufiger aufzutreten. Warum werden die Fälle jetzt geprüft?

Julia Köppe, DER SPIEGEL

»Nun zeigte sich aber, dass es sich eben um eine ganz bestimmte Version der Thrombose handelt, die das Gehirn betrifft und die ist eben nicht so häufig. Und gleichzeitig hatten die Betroffenen auch weniger Blutplättchen im Blut und es kam auch zu Blutungen. Und das alles zusammen ist eben so auffällig, dass man sich entschieden hat, nun zu untersuchen, ob es einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung geben könnte.«

Als Thrombose wird das Auftreten eines Blutgerinnsels in den Gefäßen bezeichnet, das zu einer mangelnden Durchblutung führt. Die nun nach AstraZeneca-Impfungen beobachtete Sinusvenenthrombose ist äußerst selten, aber potentiell sehr gefährlich, da sie dazu führen kann, dass das Gehirn mit weniger Sauerstoff versorgt wird.

Julia Köppe, DER SPIEGEL

»Wenn das Blutgerinnsel rechtzeitig erkannt wird, kann man es aber mithilfe von Medikamenten auflösen und die Betroffenen müssen auch nicht mit Folgeschäden rechnen. Ein Warnhinweis, dass es zu so einer Sinusvenenhrombose kommen könnte, wäre zum Beispiel, wenn man sich auch noch 4 Tage nach der Impfung mit dem Astra Seneca Impfstoffs zunehmend unwohl fühlt, Kopfschmerzen hat oder neurologische Probleme hat, zum Beispiel, dass man schlechter sieht oder wenn sich eine kleine Blutung an der Haut zeigen. Und bei diesem Symptom sollte man unverzüglich dann zum Arzt. «

Am Donnerstag will die Europäische Arzneimittel-Agentur darüber entscheiden, ob und wenn ja wie AstraZeneca weiter eingesetzt werden soll. Bis dahin wird geprüft, wie die Thrombosefälle im Einzelnen zu bewerten sind und ob andere Ursachen als die Impfung wahrscheinlich…