Spahn sei »nicht mehr tragbar«, sagte Kutschaty und forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, umgehend zu handeln.

Unterstützung erhält Spahn nun vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Ein Wechsel an der Spitze des Ressorts würde jetzt nichts helfen, sagte Söder in der ARD-Sendung »Brennpunkt«. In der Kürze der Zeit könne auch niemand mit dem Erfahrungsschatz von Jens Spahn das Ministerium übernehmen, sagte Söder.

Nach der Forderung aus der FDP könnte sich der Streit zwischen SPD und Union im Bund weiter hochschaukeln. Bereits am Montagvormittag hatten sich führende CDU-Politiker in einer digitalen Sitzung des Bundesvorstands über die Sozialdemokraten ausgelassen. CDU-Chef Armin Laschet hatte sich dabei gegen Kritik des Koalitionspartners an den Unionsministern verwahrt. Andere Christdemokraten warfen den Sozialdemokraten vor, die Maskenaffäre parteipolitisch auszuschlachten.

Söder hält offenbar nicht mehr viel von Kabinettsumbildung

Auch auf anderen Ministerposten auf Bundesebene fordert Söder – anders als noch zu Beginn des vergangenen Jahres – offenbar keine Neubesetzung mehr. Es sei fraglich, ob ein solcher Schritt vor der Bundestagswahl noch sinnvoll sei, sagte Söder. »Das wird von vielen bezweifelt.«

»Wir müssen einfach besser werden« ,sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die schlechten Ergebnisse der CDU bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Langfristig könne er sich aber durchaus Neubesetzungen vorstellen, sagte Söder. »Neben den Kabinettsmitgliedern müssen auch noch Alternativen dargestellt werden«, sagte Söder mit Blick auf die Bundestagswahl im September.

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