Seit sieben Jahren ist die Krim ein Teil von Russland. Nach einem Referendum vom 16. März 2014 hatte Moskau gegen internationalen Protest die Schwarzmeerhalbinsel annektiert. Nun wird auf der Krim das Trinkwasser knapp, die Feierlichkeiten zur »Wiedervereinigung« mit Russland sind überschattet.

Wegen einer Blockade der Wasserversorgung vom ukrainischen Festland – Kiew hatte den Nord-Krim-Kanal 2014 nach der russischen Annexion geschlossen – und wegen fehlender Niederschläge droht die Halbinsel auszutrocknen. Deshalb ordnete der Chef der Krim-Republik, Sergej Aksjonow, einen sparsamen Umgang mit dem kostbaren Rohstoff an. Viele Regionen, auch in den bei Touristen beliebten Kurorten wie Jalta und Aluschta, haben seit Monaten nur noch stundenweise am Tag fließendes Wasser. Seit drei Jahren verzeichnet die Krim kaum Niederschlag.

Leere Stauseen, fehlende Trinkbrunnen

»Selbst wenn es Niederschlag gibt, wird das Wasser sofort im ausgedörrten Boden versickern«, sagt Aksjonow. Nichts davon werde in den Stauseen landen. Er mahnt zur Sparsamkeit, damit im Sommer, wenn die Touristen vor allem vom russischen Festland kommen, möglichst viel Wasser da ist. »Damit die Leute bei uns Geld verdienen können an den Gästen«, sagt er.

Dabei hatte die russische Regierung einen Plan zur Versorgung der Krim mit Wasser mit einem Finanzierungsumfang von 49 Milliarden Rubel (rund 558 Millionen Euro) erstellt. Es sollten Trinkwasserbrunnen gebohrt, Wasserleitungen repariert und vor allem Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser errichtet werden.

Abgekappter Dnipro

Vor der Annexion der Krim wurden bis zu 85 Prozent des Wasserbedarfs der mehr als zwei Millionen Einwohner durch Wasser des Flusses Dnipro gedeckt. Doch seit der Schließung des Nord-Krim-Kanals gelangt kein Tropfen mehr auf die Halbinsel.

Im ukrainischen Staatsfernsehsender Dom sieht die Ökologin Margarita Litwinenko kaum Chancen, dass Russland den Wasserbedarf aus Krimquellen decken kann. Die Bewohnerin von Sewastopol, wo…