Heute geht es um die Folgen der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg: Was bedeuten die Ergebnisse im Südwesten für die Kanzlerkandidaturen von Union und Grünen?

K-Frage und Ampel-Angst

Die beiden Männer, die die Union nun aufbauen müssen, haben erst einmal geschwiegen. Von Armin Laschet, noch recht frischer CDU-Vorsitzender, und seinem CSU-Amtskollegen Markus Söder war bis zum Morgen kein Wort zum Ausgang der beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu vernehmen. (Die Chefs der Konkurrenz kommentierten den Ausgang übrigens nur zu gerne.)

An diesem Montag, wenn die Führungszirkel der Parteien tagen, müssen und werden auch die beiden Spitzen der Konservativen öffentlich Stellung beziehen zu diesem für sie schwarzen, historisch schlechten Wahlsonntag in Ländern, die mal Stammländer der Union waren (hier und hier finden Sie alle Zahlen).

Auch wenn die Herren viel Zeit hatten, sich ihre Formulierungen zurechtzulegen, herrscht dann erhöhte Phrasengefahr: Zu erwarten ist ein wenig demonstrative »Weckruf«-Ehrlichkeit, fehlen wird aber sicher auch nicht der Hinweis darauf, dass Landtagswahlen eben Landtagswahlen sind.

Die Frage, nach dem wahren Grad ihrer Alarmstimmung werden Laschet und Söder nicht ganz aufrichtig beantworten. Teile der Antworte würden die Partei und ihre verbliebene Stammklientel womöglich verunsichern.

Es ist ein ganz und gar verpatzter Auftakt ins Superwahljahr 2021. Und selbst wenn natürlich etwas dran ist an der Analyse, dass da eben eine sehr beliebte Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ein sehr beliebter Ministerpräsident Winfried Kretschmann ihren Amtsbonus ausgespielt haben. Beruhigen kann CDU und CSU das nicht: Genau dieser Amtsbonus wird die Union im September anders als bei den letzten Bundestagswahlen nicht mehr retten.

Zudem wären die Verluste am Sonntag in beiden Ländern wohl noch massiver ausgefallen, wäre der Anteil der Briefwähler nicht so groß gewesen. Die konnten nämlich ihren Ärger…