Myanmar hat am Sonntag einen der bislang blutigsten Tage seit dem Militärputsch im Februar erlebt. Bei Protesten gegen die Militärherrschaft sind mindestens 18 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden. Das ging aus Augenzeugen- und Medienberichten hervor. Lokale Hilfsorganisationen sprechen von bis zu 38 Toten.

Am stärksten betroffen war die Wirtschaftsmetropole Yangon, wo das Militär in mindestens einem Bezirk das Kriegsrecht verhängte und das Feuer auf Demonstranten eröffnete. Zwei Tote soll es in anderen Städten gegeben haben, dem Staatsfernsehen zufolge starb auch ein Polizist.

Zuvor hatte eine Gruppe gewählter Abgeordneter, die seit der Machtergreifung des Militärs im Untergrund leben und eine Art Gegenregierung gebildet haben, zu neuen Protesten gegen die Junta aufgerufen. Die Menschen sollten weiter gegen die »unrechtmäßige Diktatur« auf die Straße gehen, sagte Ex-Parlamentspräsident Mahn Win Khaing Than in einer Videobotschaft auf Facebook. Myanmar erlebe gerade seine »dunkelste« Zeit, aber die Morgendämmerung sei nah, sagte Than. Er forderte die Menschen auf, weiter Widerstand gegen die Militärregierung zu leisten: »Wir werden diesen Aufstand gewinnen.«

Mehr als 80 Menschen getötet, über 2100 festgenommen

Mahn Win Khaing Than befindet sich wie die meisten hochrangigen Vertreter der Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) auf der Flucht. Die gestürzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi dagegen ist im Polizeigewahrsam. Seit das Militär Anfang Februar die Macht an sich gerissen und die zivile Regierung abgesetzt hat, kommt es praktisch täglich zu Massendemonstrationen. Dabei werden die Freilassung und die Wiedereinsetzung von Aung San Suu Kyi ins Amt gefordert. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Assistance Association for Political Prisoners wurden bei den Protesten bislang mehr als 80 Menschen getötet und über 2100 festgenommen.

Die chinesische Botschaft in Myanmar rief dazu auf, die Sicherheit schnell…