In Baden-Württemberg ist zum dritten Mal in Folge ein grüner Ministerpräsident gewählt worden, Winfried Kretschmanns Partei hat ein historisch gutes Ergebnis erzielt: Lange Zeit wäre so etwas in der einstigen CDU-Bastion im Südwesten der Republik undenkbar gewesen.

Nun sind die Grünen erneut stärkste Kraft geworden und verbesserten ihr Ergebnis im Vergleich zu 2016 sogar noch. Die CDU musste Verluste hinnehmen, errang aber immer noch in zahlreichen Gemeinden und Wahlkreisen die Mehrheit der Stimmen.

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2002 wurde Dieter Salomon in Freiburg als erster grüner Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Vor allem die Universitätsstädte wurden zu Hochburgen der Grünen und waren es auch bei dieser Wahl wieder. In den Wahlkreisen Tübingen, Konstanz, Freiburg und Heidelberg holten sie jeweils um die 40 Prozent. Auch in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Ulm wurden sie klar stärkste Kraft.

Ihren Erfolg auf die Städte zu reduzieren, greift allerdings deutlich zu kurz. Auch in den Wahlkreisen am Bodensee sowie im südlichen Schwarzwald beträgt der Vorsprung der Grünen zur CDU durchgehend mehr als zehn Prozentpunkte. Selbst in ländlichen Regionen ist die Wahlkarte mittlerweile grün – oft gingen Wahlkreise mit knapper Mehrheit an die Grünen.

In immerhin noch zwölf der 70 Wahlkreise des Landes entfiel die Mehrheit der Stimmen auf die CDU. Ihre besten Ergebnisse holte die Partei von Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann in Ehingen, Biberach und Balingen, und damit auf oder am Rand der Schwäbischen Alb.

Ebenfalls noch mehrheitlich in der Hand der CDU sind die Bereiche zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald sowie der äußerste Norden des Landes. In insgesamt zehn Wahlkreisen holte die Partei weniger als 20 Prozent der Stimmen – bis auf den Wahlkreis Enz handelt es sich dabei durchgehend um große Städte.

Die SPD musste in Baden-Württemberg erneut Verluste hinnehmen, wurde aber immerhin…