Progressionsvorbehalt
Warum Sie wegen Kurzarbeit mit hohen Steuernachzahlungen und sogar Urlaubskürzung rechnen müssen

Arbeitnehmer in Kurzarbeit müssen sich unter Umständen Steuernachzahlungen einstellen (Symbolbild)

© David-Wolfgang Ebener / DPA

Wer einen Teil des letzten Jahres in Kurzarbeit verbracht hat, drohen Steuernachzahlungen. Grund ist der Progressionsvorbehalt. Auch bei den Urlaubstagen könnte es böse Überraschungen geben. 

Viele Unternehmen und Beschäftigte haben im Corona-Jahr 2020 zum ersten Mal Erfahrungen mit Kurzarbeit gesammelt. Die vermeintliche Rettung kann sich aber als Steuerfalle entpuppen: Auch wenn das Kurzarbeitergeld selbst steuerfrei ist, kommen auf viele Beschäftigte jetzt höhere Steuernachzahlungen zu. Wie die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag mitteilte, rechnet der Fiskus für das Steuerjahr 2020 mit rund 1,6 Milliarden Euro durch den sogenannten Progressionsvorbehalt beim Kurzarbeitergeld.

Durch Progressionsvorbehalt: Kurzarbeit wirkt sich auf Steuersatz aus 

Der Progressionsvorbehalt besagt folgendes: Bei den Steuern soll das gesamte Einkommen eines Bürgers berücksichtigt werden. Deshalb werden zur Ermittlung des Steuersatzes Kurzarbeitergeld und andere staatliche Leistungen zum gewöhnlichen Einkommen addiert. Das ursprünglich steuerfreie Kurzarbeitergeld kann also dafür sorgen, dass der persönliche Steuersatz steigt, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird.

Erst bei der Einkommensteuererklärung wird abschließend geprüft, wie viel Steuern ein Arbeitnehmer für seinen Lohn bezahlen muss. Das wird abgeglichen damit, wie viel Steuern er bereits durch den Lohnsteuerabzug beglichen hat. Wurde weniger abgezogen als gefordert, kann es zu einer Steuer-Nachforderung kommen. Elterngeldempfänger können davon ein Liedchen singen, der Progressionsvorbehalt gilt nämlich auch dort.