Dänemark hatte schon am vergangenen Donnerstag verkündet, Coronaimpfungen mit AstraZeneca vorsichtshalber zu stoppen. Bei Geimpften war es zu auffälligen Häufungen von Blutgerinnseln gekommen. Nach einer Überprüfung der Daten erklärte das deutsche Paul-Ehrlich-Institut noch, es gebe keine Hinweise, dass die Vakzine von AstraZeneca das Thrombose-Risiko erhöhe. Die Impfungen wurden fortgesetzt, bis jetzt.

Nur vier Tage später, Montagnachmittag, verkündete Jens Spahn, dass auch in Deutschland vorsorglich bis auf Weiteres auf Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca verzichtet werde. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Vorkommnissen im Überblick.

Warum wurden die Impfungen jetzt auch in Deutschland ausgesetzt?

Seit den Berichten aus Dänemark wurden auch in Deutschland weitere Fälle von Thrombosen gemeldet, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten sind. Auffällig ist, dass es sich bei den beobachteten Thrombosen um eine spezielle, eher seltene Form der Blutgerinnsel im Gehirn handelt.

»Vergangene Woche sah es noch so aus, als würde es sich bei den aufgetretenen Problemen um gewöhnliche Thrombosen handeln. Die kommen recht häufig vor«, sagte Anke Huckriede, Professorin für Vakzinologie an der niederländischen Universität Groningen dem Science Media Center. »Nun gibt es anscheinend neuere Informationen, dass es sich um eine sehr spezielle, selten vorkommende Form von Thrombose handelt, wovon nun kurz nach der Impfung anscheinend einige Fälle aufgetreten sind.« Das sei verdächtig.

»Vor dem Hintergrund dieser neu gemeldeten Fälle hat das Paul-Ehrlich-Institut heute die Lage neu bewertet und eine Aussetzung der Impfung sowie weitere Untersuchungen empfohlen«, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffs auswirken.

Die Entscheidung betrifft laut Spahn sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen….