Jens Spahn / Bundesgesundheitsminister

»Die Entscheidung heute ist eine reine Vorsichtmaßnahme.«

Zahlreiche Länder hatten vorgelegt, jetzt reagierte auch die Bundesregierung: Die Coronaimpfungen mit AstraZeneca sind in Deutschland zunächst ausgesetzt. Auch Frankreich und Italien vermelden heute, dass sie Impfungen damit vorerst stoppen.

Anlass sind Berichte über Komplikationen nach den Impfungen. 

Jens Spahn / Bundesgesundheitsminister

»Hintergrund sind neue Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer AstraZeneca Impfung stehen. Vor dem Hintergrund dieser neu gemeldeten Fälle hat das Paul-Ehrlich-Institut heute die Lage neu bewertet und eine Aussetzung der Impfung sowie weitere Untersuchungen empfohlen.«

Bei bislang mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff in Deutschland gebe es sieben Fälle, die potenziell in Zusammenhang mit Thrombosen der Hirnvenen stehen könnten, sagte Spahn weiter.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat erst gestern erneut Sicherheitsbedenken gegenüber seinem Corona-Impfstoff zurückgewiesen. Eine Analyse der Daten von mehr als 17 Millionen Geimpften in der EU und Großbritannien habe keine Belege für ein höheres Risiko für Lungenembolien, tiefe Venenthrombosen und Thrombozytopenie geliefert, teilte der Konzern in London mit. Auch der britische Premier Boris Johnson ist weiterhin von dem Impfstoff überzeugt.

Boris Johnson / Premierminister

»Wir haben eine der härtesten und erfahrensten Regulierungsbehörden der Welt. Sie sieht überhaupt keinen Grund, das Impfprogramm zu beenden, für keinen Impfstoff, den wir gerade benutzen. Die Behörde glaubt, dass die Impfungen sehr effektiv sind. Nicht nur, indem sie die Krankenhauseinweisungen reduzieren, sondern auch ernsthafte Komplikationen und Todesfälle. Wir sind weiter sehr zuversichtlich und es ist großartig, wie schnell das Impf-Programm in Großbritannien vorankommt.«

Bislang galt der Impfstoff auch hierzulande als…