Brüssel wirft London vor, Vereinbarungen eigenmächtig geändert zu haben und so gegen den 2019 ausgehandelten Vertrag zu verstoßen. Das sogenannte Nordirland-Protokoll im Austrittsvertrag sieht vor, dass einige Regeln des EU-Binnenmarkts für Nordirland weiter gelten. Dies soll Kontrollen an der Landgrenze zum EU-Staat Irland auf der gemeinsamen Insel überflüssig machen.

Da die Waren dennoch kontrolliert werden müssen, wurde die Warengrenze auf die Irische See zwischen Nordirland und dem übrigen Großbritannien verschoben. So wurde das Problem zwischen Großbritannien und der EU – und insbesondere der europäischen Republik Irland – zu einem innerbritischen Problem.

Die britische Regierung hatte infolge Vertragsbestandteile mit Hinweis auf »oft übermäßige Konsequenzen« des Nordirland-Protokolls aufgekündigt. Krisengespräche der EU mit Großbritannien konnten den Konflikt bislang nicht beseitigen.

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